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Links zu Büchern mit dem Thema Tierschutz!
Lesen und gleichzeitig helfen...
Denn die Erlöse gehen fast immer zu 100 % an eine Tierschutzorganisatzion!
29. Aug. 2010
Die Jubiläumsausgabe von „Misas Stern“ ist jetzt erhältlich: http://www.db-tierhilfe.de/
Misas Stern leuchtet…
Sie war eine kleine, bulgarische Straßenhündin,
die in einem Wald, am Ende des Touristenortes Goldstrand,
ihre fünf Welpen zur Welt gebracht und aufgezogen hatte.
Sie teilte das Schicksal hunderttausender herrenloser Hunde,
die, verstoßen, verfolgt und heimatlos auf den Straßen um ihr
Überleben kämpfen.
Es ist ihre Geschichte - unddie ihrer fünf Welpen, die sie als
ihr
Vermächtnis einer Touristin übergab – und die sich damit
unversehens in einer Rettungsaktion für fünf mutterlos gewordene
kleine Hunde wieder fand…
Und es ist auch eine Geschichte von Wärme,
Mitgefühl und selbstverständlicher Hilfe – und sie erzählt von dem
ewigen Funken, der immer – und gerade in den dunkelsten Zeiten -
„Hoffnung“ heißt.
Misas Kinder leben; und wenn nichts anderes, so hätte ihr Schicksal und das ihrer Mutter doch eines gezeigt: dass niemand jemals ganz
allein ist und dass jedes Leben, ganz gleich wie gering und wertlos es angesehen wird, ein Recht auf Schutz und Fürsorge hat…
Fast genau elf Jahre…
Es sind mehr als zehn Jahre – inzwischen fast elf - vergangen, seit ich eine kleine, behinderte Straßenhündin am Goldstrand
entdeckt
und auf einem geliehenen Computer damit begonnen hatte ihre Geschichte aufzuschreiben. Fast elf Jahre, seit ich mit der Nase
auf eines der erbärmlichsten Kapitel in der Menschheitsgeschichte gestoßen wurde – um es mit den Worten von Theodor Heuß
auszudrücken – den Tierschutz.
Ich war ein Neuling, der in eine Tierrettungsaktion stolperte und kaum eine Ahnung davon hatte welche Dimensionen von Elend
hinter der Fassade unbeschwerter Urlaubsfreude verborgen waren – bis sie in mein Leben humpelte, um es auf den Kopf zu stellen:
die kleine Hündin mit der spitzen Nase, den riesigen Ohren und dem strengen, leidvollen Anubisgesicht.
Ich hatte sie Misa genannt, von Mìsere kommend – das Elend.
Diese überarbeitete Neuauflage kann mit Fug und Recht als „Jubiläumsausgabe“ angesehen werden; tatsächlich liegt das
Erscheinen der ersten Auflage ziemlich genau zwischen der Gründung des Vereins im Frühjahr 1999 und der Eröffnung von
Bulgariens erstem wirklichem Tierheim in Dobrich im März 2002.
Die erste Auflage war in jeder Hinsicht Handarbeit in „Eigenbau“ – angefangen von der Gestaltung des Buchcovers bis zur
Anordnung der Fotos, denn die damalige Beziehung zwischen dem PC und mir war die zwischen einem gutwilligen Schimpansen
und einem Flugzeugcockpit; wir stürzten ununterbrochen ab. Was das Einfügen von Fotos in eine Datei angeht kann ich mich
mittlerweile in der Luft halten und ich hoffe sehr, dass meinen Lesern die vielen neuen und aktuellen Bilder von Misas Kindern –
aber auch den geliebten Gefährten der Vereinsgründer – gefallen werden. Einige von ihnen warten inzwischen jenseits des
Regenbogens – und auch ihrer wird in dieser Neuauflage würdigend gedacht. Was das Cover angeht bin ich sehr froh, dass Jasmin
Ruhland – nach „Diesseits der Hoffnung“ – auch hier die Gestaltung übernommen hat; sie hat genau das Titelbild geschaffen das
mir damals vorschwebte – aber leider stur in dieser Schwebe verharrte. Daher freut es mich unbändig dass meine Vision von Misa
und ihrem Stern doch noch eine so wunderschöne Gestalt angenommen hat.
Ich hoffe sie wird auch Ihnen gefallen und Sie neugierig auf den Inhalt machen – sofern Sie ihn noch nicht kennen.
Und sind Sie bereits ein Misa-Fan werden Sie sicherlich die aktualisierte - und bei weitem schönere - Ausgabe zu schätzen wissen;
dies wiederum käme Misas Artgenossen in den nunmehr vier Tierheimen in Dobrich, Schumen, Rousse und Sofia zugute.
Und das wäre sicherlich im Sinne einer kleinen behinderten Hündin, deren Stern nicht aufhören soll zu leuchten…
in meinem Herzen und – das wünsche ich mir - in auch Ihrem.
Das Buch ist zum Preis von 9,00 € plus 1,00 € Versand bei der Deutsch-Bulgarischen Straßentier-Nothilfe erhältlich: dt-bgTierhilfe.Dimitrov@t-online.de
Der Erlös kommt uneingeschränkt dem Tierschutz – in erster Linie den vier Tierheimen dieses Vereins - zugute.
28.Aug.2010
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Er ist ein Günter Wallraff der Mastbetriebe und ein Philosoph, der den Ton trifft: Der Schriftsteller Jonathan Safran Foer hat in seinem neuen Buch Massentierhaltung beschrieben. Viele Leser sind nach der Lektüre schon Vegetarier geworden. Jetzt erscheint das Buch auf Deutsch.
Wenn ein Buch die Kraft hat, die Welt zum Fleischverzicht zu bekehren, dann ist es Jonathan Safran Foers neues Werk „Tiere essen“, das nächste Woche in den Buchhandel kommt. Gerade weil es keine Bekehrungsschrift ist, kein rigoristisches Pamphlet, sondern ein skrupulöser literarischer Bericht, der seine Argumente nur tastend und zögernd entfaltet – gerade deshalb ist „Eating animals“ in Amerika ein vieldiskutierter Bestseller geworden.
Viele Leser erklärten, nach der Foer-Lektüre zum Vegetarier geworden zu sein. Doch für wie lange? Für eine Woche? Einen Monat? Ein Jahr? Foer setzt weniger auf den Schock-Effekt, die die Berichte aus den Ställen der Massentierhaltung auslösen, sondern auf die allmählich Verfertigung einer anderen Perspektive, eines anderen Vokabulars, in dem es nicht länger „Fleisch essen“, sondern „Tiere essen“ heißt. Eine Perspektive und ein Vokabular, in dem die Verbindung zwischen der Kreatur im Mastbetrieb und dem Stück Steak auf dem Teller sinnfällig wird, statt sich in der Abstraktion einer globalen Verwertungskette zu verlieren.
„Ich bin der Typ, der mitten in der Nacht in eine Farm einsteigt“: Vielleicht sollte man diesen Bericht eines anonymen Tierrechtlers, den Foer in seinem Buch dokumentiert, als Einführung lesen. In diesem Bericht eines ehemaligen „Nachschneiders“ – „das heißt, ich mußte den Tieren, die den Halsschnittautomaten überlebt hatten, die Kehle durchschneiden“ – wird das Geschäftsmodell der Massentierhaltung auf zwei lapidare Sätze gebracht: „Massentierbetriebe berechnen genau, wie dicht am Tode sie die Tiere halten können, ohne sie umzubringen. Wie rasant man ihr Wachstum beschleunigen, wie eng man sie packen kann, wie viel oder wenig sie fressen, wie krank sie sein können, ohne zu sterben.“
Skandal der Massentierhaltung
Am schwierigsten an seinem neuen Buch sei nicht die Recherche gewesen, sagt der Romancier Foer, sondern den richtigen Ton zu treffen. Tatsächlich ist es dem Autor gelungen, das Thema Vegetarismus aus der rigoristischen Ecke zu holen und ihm die manichäische Spitze zu nehmen, den sektiererischen Ungeist. Foer hat so viel Vertrauen zu seinem Gegenstand, dem Skandal der Massentierhaltung, daß er bei aller Drastik der Darstellung sich einen entgegenkommenden, ja versöhnlichen Ton erlaubt.
Das Buch geht den Vegetarismus nicht als Prinzipienfrage an, das ist seine Pointe. Es gibt in dieser Hinsicht einen Schlüsselsatz: „Daß die Geflügelindustrie so riesig ist, bedeutet: Wenn mit dem System etwas nicht stimmt, dann stimmt mit der Welt etwas nicht.“ Eine schuldlose Schuld, so liest man diesen Satz, steht hinter der Degradierung des Tieres zur Sache. Foer ist moralphilosophisch ein Konsequentialist. Sein Buch liest sich auch als Test auf dieses Verfahren, das Verbotene von den Folgen des Erlaubten her zu bestimmen.
Qual und Verenden des einzelnen Tieres
Der Autor verfaßt „Tiere essen“ als ein Günter Wallraff der Mastbetriebe, leistet harten investigativen Journalismus, er schreibt hier aber auch als Philosoph über die beste aller Welten. Er bildet sich nicht ein, das System der Massentierhaltung aus den Angeln heben zu können, nur weil es nach seinem Buch mehr Vegetarier geben wird als zuvor. Denn aus diesem System spricht eine Schlechtigkeit, die sich kulturell mildern, aber nicht ausrotten läßt. Mit anderen, mit Foers Worten: Etwas stimmt nicht mit der Welt, wird immer nicht mit ihr stimmen. Mit den Worten des deutschen Vegetarierbundes, der das Buch mit den hiesigen Daten ergänzt hat: Allein in Deutschland werden jährlich etwa 40 Millionen für die Eierproduktion unbrauchbare Hahnenküken vergast oder bei lebendigem Leib geschreddert.
Die beklemmendste Vignette des Buches trägt den Titel „Die Erlösung“ und berichtet vom Besuch einer mit Futterautomaten, Ventilatoren und Wärmelampen ausgestatteten Truthahnmast, deren Personal ein zitterndes, verkrustetes, starr die Beine streckendes Küken mit einem Schnitt durch die Kehle „erlöst“. Es ist das durch und durch klinische Setting dieser mit Sägemehl ausgelegten Intensivstation, das den Autor in seinen Bann zieht: „Außer den Tieren selbst gibt es nichts, was auch nur ansatzweise natürlich wäre – kein Fleckchen Erde, kein Fenster, durch das Mondlicht hereinfiele. Ich bin überrascht, wie einfach es ist, das anonyme Leben rundherum auszublenden und die Harmonie der Technik zu bewundern, die diese kleine, in sich geschlossene Welt so präzise reguliert, die Effizienz und Perfektion der Maschine zu sehen und die Vögel als Erweiterung oder Zahnrad dieser Maschine zu begreifen – nicht als Lebewesen, sondern als Teile. Sie anders zu sehen fällt schwer.“ Sie anders zu sehen, ist indessen das Ziel des Buches.
Papa, woher kommt das Fleisch auf meinem Teller?
Tierschutz und Vegetarismus sind nicht zum kleinsten Teil ästhetische Themen. Wenn es gelingt, die perverse Ästhetik der Massenställe und ihrer gentechnisch manipulierten Insassen greifbar zu machen, dann hat jene Verhaltensänderung eine Chance, die der moralische Appell nicht zuwege bringt. Foer verteidigt nicht Konsequenz und Heiligkeit, denn Scheinheiligkeit und Inkonsequenz „gehören zum Menschlichen“. Stattdessen beschreibt er die aseptischen Bilder des Mastgrauens, deckt die Steigerungslogik der Branche auf, indem er aus den Erfolgsstatistiken zitiert: „Zwischen 1935 und 1995 stieg das Durchschnittsgewicht eines Masthuhns um 65 Prozent, während seine Lebensdauer bis zur Schlachtung um 60 Prozent verkürzt und der Futterbedarf um 57 Prozent gesenkt wurde.“
Was hinter den beständig optimierten Zahlenkaskaden steht, ist Qual und Verenden des einzelnen Tieres. Foer läßt nicht zu, daß wir die Augen vom Gehäuse der Truthahnmast abwenden: „Weil es so viele Tiere sind, brauche ich mehrere Minuten, bis ich merke, wie viele von ihnen tot sind. Manche sind blutverkrustet, manche voller entzündeter Stellen. Nach manchen wurde offenbar gehackt, andere sind ganz ausgetrocknet und liegen wie kleine Laubhäufchen beieinander. Manche sind deformiert. Die Toten sind die Ausnahmen, aber wohin man auch schaut, man sieht fast immer eins.“
Papa, woher kommt das Fleisch auf meinem Teller? Von den Tieren, mein Kind, von den Tieren. Foer wußte, als er Vater wurde, daß diese Antwort seinem Sohn später einmal nicht genügen würde. Deshalb recherchierte und schrieb er „Tiere essen“.
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